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Donnerstag, 17. September 2009

Die Tiefsee - der unbekannte, aber gefährdete Lebensraum

Grußwort von Prof. Dr. Reinhold Leinfelder, Generaldirektor des Museums für Naturkunde zur festlichen Eröffnung der Sonderausstellung TIEFSEE, am 14.9.2009 im Museum für Naturkunde Berlin.

(Linknachträge vom 20.9.09)

Sehr geehrte Festgäste,


ich freue mich sehr, dass Sie so zahlreich zu diesem Abend erschienen sind, Vom Frauenvokalensemble St. Matthäus, unter der Leitung von Lothar Knappe und der Harfinistin Katharina Hanstedt wurden Sie ja bereits entsprechend eingestimmt: Nachdem man bei uns letztes Jahr mit unserer Riffausstellung „abtauchen“ konnte“, geht es heute sogar noch tiefer runter, also in die Zonen, in der man derart abtaucht, dass man nichts mehr sehen kann und nicht mehr gesehen wird, weil es – von 200 bis ca. 1000 m so gut wie kein Licht gibt, und darunter sogar komplett stockdunkel ist.


So dunkel ist es heute hier nicht, wenn auch unser Ambiente durchaus in die Richtung geht – aber wir müssen uns nicht mit Leuchtzeichen verständigen. Es ist hell genug, dass ich Sie sehen kann, und mich deshalb sehr freue, dass wieder viele Vertreter aus Botschaften, Bundes- und LänderMinisterien und weiteren Behörden, aus der Politik, von Firmen, Umweltverbänden, Medien, von den Museen und Wissenschaften und natürlich auch unsere Fördervereinen sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hauses unter uns sind.

Herzlich Willkommen!


Ganz besonders begrüße ich die Kolleginnen und Kollegen aus


· dem Naturhistorischen Museum Basel, vertreten auch durch ihren Direktor, Prof. Christian Meyer,

· sowie aus dem Forschungsinstitut und Naturmuseum Senckenberg, mit Sitz in Frankfurt am Main, vertreten durch Herrn Prof. Martinez-Arbizu, denn diese beiden Häuser konzipierten und erstellten die Ausstellung, die wir heute eröffnen.



DIE TIEFSEE


Meine Damen und Herren, Tiefsee, das ist eine andere Welt, eine Welt, die wir nicht kennen,

- 71% der Erdoberfläche sind Wasser,

- 59,3 Prozent der Erdoberfläche sind tiefer als 200 meter unter Null,

- 50% unter 2000 meter,

- die Mittlere Meerestiefe ist 3,7 km. Dennoch waren weniger Menschen in diesen Tiefen als im Weltall - wir kennen wir die Tiefsee schlechter als den Mond.


Die Tiefsee ist zuallererst ein gigantischer Lebensraum, er umfasst 1,5 Milliarden km3 Wasser – zum Vergleich, das „Schwäbische Meer“, also der Bodensee beinhaltet 49 km3, wäre alles Ozeanwasser über dem Festland, läge darüber etwa eine 10 km dicke Schicht Wasser.


Wir wissen von diesem Lebensraum immer noch sehr wenig, denn noch immer sind unsere Analysemethoden unzureichend - man kann eben mit Satelliten nicht bis zum Meeresgrund schauen. Meereswissenschaftler sprechen gerne davon, dass wir mit den bisher angewandten Methoden an Land nicht einmal Elefanten entdecken würden. Beispiel: Riesenkalmare wurden erst 2007 durch ein japanisches Team lebend in ihrem Lebensraum gefilmt - wir zeigen Ihnen diesen Film im Eingangsbereich des Museums. Aufs Land übertragen wäre dies so, als hätte man den Elefanten erst vor zwei Jahren entdeckt.


Immerhin ist unser Wissen, wenn auch nach wie vor sehr selektiv und zu einem guten Teil auch zufällig, doch schon deutlich gewachsen, denn sehr alt ist die Tiefseeforschung noch nicht.

Zwar hat schon im Mittelalter der Portugiese Fernão de Magalhães bei der ersten Weltumseglung ein 700 m tiefes Seil abgelassen, welches den Grund nicht berührte, woraus er schloss, dass der Ozean unendlich tief sei. Später nahm man dann an, dass wegen des hohen Drucks unterhalb von 600 Meter kein Leben existieren könnte, aber so richtig los ging es erst mit der dreieinhalbjährigen britischen Challenger-Expedition, 1872 sowie der deutschen Valdivia-Expedition 1898/99, von der das wesentliche Material in unseren Sammlungen liegt und beforscht wurde und wird. Die bemannte Tiefseefahrt begann sogar noch viel später, und zwar erst 1934. Auch hiervon handelt die Ausstellung.



WICHTIG FÜR UNS ALLE – GESELLSCHAFTLICHE RELEVANZ


Die Tiefsee ist eigentlich für jeden von uns ein wichtiges Thema, denn wir sind sehr stark vom Meer abhängig und nutzen auch die Tiefsee gewaltig, ohne dass wir sie näher kennen.


· Beispiel Ernährung: Beim Fischfang sind die meisten Hauptfanggebiete an kalte nährstoffreiche, auftreibende Tiefenwässer gebunden. Und wir essen den Fisch nicht nur, sondern verarbeiten ihn auch zu Fischmehl. Das wird nun heute weniger für Hähnchenzucht, sondern v.a. für Öl, Dünger und die Aquakultur verwendet.

· Auch für Medizin und Bionik ist die Tiefsee unglaublich interessant.

· Beispiel Klima: Das Klima wird ganz wesentlich auch durch ozeanische Strömungen, sowie die sogenannte biologische und physikalische CO2-Pumpe beeinflusst. Und auch die Klimarettung soll ggf. mit Hilfe der Tiefsee erfolgen zum einen über Windkraftwerke, die weit draußen auf hoher See schwimmen, zum anderen aber auch über die Versenkung und Verklappung von CO2 im Untergrund, entweder direkt im Tiefenwasser, oder im Untergrund – so zumindest meinen manche.

· Bodenschätze: Erdöl und Erdgas soll wegen seiner Knappheit aus immer größeren Tiefen gefördert werden, viele träumen davon, Methan zu fördern, welches es dort unten in gefrorener Form in enormen Mengen gibt. Auch die Förderung von Mangan, weiteren Erze und v.a. seltenen Erden, die überall knapper werden, wird wirtschaftlich immer interessanter

Und das alles machen wir oder wollen es machen, ohne die Tiefsee, dieses gigantische und differenzierte geologische und biologische System auch nur in Ansätzen richtig verstanden zu haben.


Sie denken, das ist alles Zukunftsmusik, da geht noch viel Wasser den Golfstrom hinunter bis es so weit ist? Schauen wir doch mal in Google News nach dem Stichwort Tiefsee. Da wimmelt es von aktuellen Einträgen:


· Halten wir uns nicht bei News wie den Muscle Chronos auf, also Armbanduhren im Tiefseestyle, die nun auch bei Frauen extrem beliebt seinen. Deren Entwicklung stamme, so liest man, aus der Tiefseeforschung (> news vom 10.9.09). Kräftig gefeatured werden nämlich auch andere neue Tiefseetechnologien wie neue seismische Methoden (> news vom 13.9.09) und neue Unterwasserroboter (> news vom 30.8.09)

· Auch News über Bodenschätze sind zahlreich vorhanden: Die Manganpreise steigen (> news vom 9.9.09), Aktien für seltene Erden haben seit Frühjahr ihren Wert verfünffacht (> news vom 11.9.09), in der Tiefsee sei all dies zu holen (> news vom 6.9.09).

· Neue Erdölvorkommen wurden aktuell wieder in großen Tiefen entdeckt, das sind allerdings die üblichen Erfolgsmeldungen der Erdölindustrie, diesmal stammen sie aus dem Golf von Mexiko (> news vom 3.9.09). Das österreichische Wirtschaftsblatt jubelte bereits: „Die Rettung vor Peak Oil liegt in der Tiefe des Ozeans“ (> news vom 8.9.09). Dabei würden die angeblich riesigen Vorkommen (drei Milliarden Barrel ) gerade mal einen Monat für die Welt reichen und es ist auch völlig unklar, wie die Fördertechnik aussehen könnte (> news vom 3.9.09). Nach einem gestrigen Artikel, der übrigens auch im Wirtschaftsblatt war, reicht der Fund sogar nur für 2 Wochen, wenn man die potentiellen Fördermöglichkeiten berücksichtigt (> news vom 13.9.09).

· Die ZEIT schreibt aktuell über die gigantischen Methanvorkommen (die dreimal so hoch wie die heutigen Erdgasreserven sein könnten), allerdings auch über die Gefahren der Förderung, insbesondere wenn das extrem wirksame Treibhausgas Methan beim Abbau in die Atmosphäre gelangen könnte (> news vom 2.9.09)

· Und wenn Sie ein bisschen via Google stöbern, finden sich aktuelle Presseartikel zu schwimmenden offshore Windparks (> news vom 11.9.09) sowie zur CO2-Sequestrierung und Verklappung oder Versenkung auch in der Tiefsee bzw . im Boden darunter, aller aktuellen Versauerungsproblematik zum Trotz. (> news vom 26.8.09, > news vom 14.9.09)

Viele aktuelle Artikel finden Sie auch zur Überfischung, sicherlich eines der größten Umweltprobleme, mit denen wir es derzeit zu tun haben. Geistig-kulturell, aber leider nicht technisch-kulturell befinden wir uns bezüglich der Meeresnutzung noch in einer steinzeitlichen Jäger- und Sammlermentalität, die nun auch in die Tiefsee zunehmend umfasst. Ein paar Beispiele:


· Die Süddeutsche vermeldet: Fisch ist aus (> news vom 26.8.09)

· das Hamburger Abendblatt schreibt „wie der Mensch die Meere leerfischt“ (> news vom 5.9.09)

· Der Spiegel schreibt erfreulicherweise schon seit längerem oft über die Überfischung, auch über die dadurch zerstörten Tiefwasserkorallenriffe und die gegenseitigen Wechselwirkungen. (> Themenseite Überfischung von Spiegel online)

· Viele andere haben das Thema auch im Fokus. (> aktuelle google-news "Überfischung")


Nur ein paar Zahlen dazu:


· Großtechnischer Fischfang beschäftigt etwa eine Million Personen, kleinmaßstäblicher lokaler Fischfang etwa 12 Millionen, Tendenz in beiden Fällen abnehmend.

· Großtechnischer Fischfang fängt etwa 29 Millionen Tonnen Speisefisch jährlich, kleinmaßstäblicher auch etwa 24 Millionen Tonnen.

· Beim Großtechnischen Fischfang werden aber auch noch 22 Mio Tonnen pro Jahr für Öl-, Dünger- und Fischmehl für Aquakulturen gefangen, sowie 10-20 Mio Tonnen als Beifang über Bord geworfen.

(siehe insb. Präsentation D. Pauly, Malenter Symposium sowie . Präsentation Moritz, Uni Giessen)

Und wenn Sie nun meinen, das alles hat doch nichts mit der Tiefsee zu tun, da wird doch im flachen Wasser gefischt, ist dies nicht richtig: die Überfischung der tiefen Meere, teils bis hinunter in viele Hunderte, ja bis zu 2000 Meter Wassertiefe hat exponentiell zugenommen, dabei sind die Nahrungsketten vertikal verknüpft - fängt man unten etwas weg, fehlt es auch oben:


· 40% aller Fischereigründe liegen inzwischen in der Tiefsee, teilweise mit bis zu 90% Beifang.

· Moderne Netztechnik kann in 1,5 km Wassertiefe bis zu 60 Tonnen Fisch in nur 20 Minuten aus den Tiefen der Meere holen. (> siehe hier, auch zu oben)

· Der Orange Roughy (Granatbarsch oder Sägebauch) ist ein häufig auf den Speisekarten von Luxusrestaurants angebotener Fisch, der in Tiefen zwischen 750 und 1.200 Metern lebt, er vermehrt sich erst ab einem Alter von 20 Jahren und wird 100 Jahre alt, meist wird er vor der Geschlechtsreife weggefangen. (> siehe hier)

· Der beliebte Seehecht des Flachwassers taucht zum Fressen in die flache Tiefsee, denn Leuchtsardinenschwärme steigen dort nachts auf, das ist seine Nahrung, die jedoch selbst befischt wird. (> siehe hier, sowie > hier)


Die starke Überfischung und auch all die sonstigen Nutzungsvorhaben hängt natürlich auch mit fehlenden rechtlichen Regularien zusammen, die Tiefsee ist sozusagen wirklich „vogelfrei“ – wir rühren kräftig in ihr herum. (> Seerecht in Wikipedia)



GRUNDLAGENFORSCHUNG


Wenigstens ist es erfreulich, dass auch die Forschung enormen Fortschritt macht - ob er schnell genug kommt und v.a. auch unser Handeln beeinflusst, bleibt abzuwarten:


· Es gibt den Census of Marine Life, den Census of Diversity of Abyssal Life (> 4000 m), das Census Marine Zooplankton Project, es werden laufend neue Arten gefunden, kein Wunder bei dem Erforschungsstand, wie wir ihn haben.

· Durch die Presse lief gerade der „Wurmbomber mit grünen Blendgranaten“. Wenn nur alle Würmer so ästhetisch wären! Dann wären sie vielleicht nicht so stark vom Aussterben bedroht sind.

· Gestern wurden auch Artikel zu einer Planktonblüte im Nordpolarmeer publiziert, die 1,5 mal größer als Österreich ist, mit Relevanz für Klima, und Ernährung, aber auch Sauerstoffgehalt der Meere. Das ist sozusagen ein jährlich wiederkehrendes natürliches Düngungsexperiment, es scheint jedoch zeitlich verschoben, größer und immer häufiger aufzutreten, und das etwa seit 15 Jahren.

· Es gibt auch hochineressante neue geowissenschaftliche Forschung, gerade auch von Instituten in Deutschland, man erkennt die Zusammenhänge zwischen Klima und Sauerstoffgehalt der Meere zunehmend, denn es breitet sich nicht nur die Versauerung, sondern auch gefährliche Todeszonen ohne Sauerstoff aus. Gerade ist in der Fachzeitschrift Nature ein Artikel erschienen, der besagt, dass Waldschutz und Aufforstungen auch den Meeren zugute kommen, da sie auch die Sauerstoffproduktion fördern und wir nun wissen, dass Sauerstoff- und CO2-Gehalte eng voneinander abhängen. (> siehe z.B. hier)

· Ebenfalls aktuelle News ist ein UN-Aufruf, die Wissenslücken über Weltmeere schleunigst zu schließen und zu einem besseren Verständnis der Zusammenhänge zu gelangen. Dem können wir uns nur anschließen. (> news vom 1.9.09)

Wir müssen also den Ozean besser erforschen, aber ihn insgesamt - d.h. wir alle, nicht nur die Forscher - auch besser kennen lernen, damit nicht der Ozean, sondern wir eine Chance haben.



AUSSTELLUNGSZWECK


Zu einem solchen „besser kennen lernen“ wollen wir auch durch diese Ausstellung beitragen. Deshalb soll diese Ausstellung gleichermaßen eine Werbung für mehr Wissenschaft und eine Werbung für die faszinierende Welt der Tiefsee sein. Denn nur mit Wissen nicht nur zur Bedeutung und Gefährdung der Meere, speziell auch der Tiefsee, sondern auch durch Faszination und Begeisterung für diesen Meeresraum haben wir hier eine Chance, potentielle Lösungsmöglichkeiten zur Bewahrung und nachhaltigen Nutzung dieses Raumes zu erreichen.

Deshalb freuen wir uns eben ganz besonders, diese Ausstellung, die eine Kooproduktion des Naturhistorischen Museum Basel mit dem Naturmuseum Senckenberg aus Frankfurt darstellt und auch an all den gezeigten Orten kräftig mit Objekten aus unserem Hause bestückt war und ist, nun hier in Berlin zeigen zu können.


Wir wollen damit aber nicht nur mit dem aktuellen Thema TIEFSEE präsent sein, sondern gleich noch etlichen Mehrwert erzielen:


· Die Ausstellung stellt eine konsequente Fortsetzung unserer letztjährigen Korallenriffausstellung „abgetaucht“ dar.

· wir leiten mit dieser Ausstellung vom Darwin-Jahr 2009 ins UNESCO-Jahr der Biodiversität 2010 über, zeigen also die Produkte der Evolution, eben die Biodiversität.

· wir unterstreichen die Kooperation mit deutschen und europäischen Naturkundemuseen (- unsere eigene Korallenriffausstellung ist ja derzeit in München am Museum Mensch und Natur zu sehen)

· wir wollen auch mit dieser Ausstellung wieder die gesellschaftliche Bedeutung der Sammlungen und der Biodiversitätsforschung unterstreichen.

· Und wir wollen eben nicht nur Geschichten erzählen, sondern anhand von Original-Forschungsmaterial eben auch zeigen, dass wir authentische Wissenschaft machen

· Wir sind übrigens auch experimentell: so haben wir, um unsere Darwin-Ausstellung noch länger zeigen zu können, die Tiefseeausstellung in einen anderen Ausstellungsteil verlagert, wir berauben Sie sozusagen derzeit unseres Vogelsaals und unserer berühmten Keller-Insektenmodelle, aber zumindest letztere werden derzeit ja nebenan, im Hamburger Bahnhof in der Ausstellung „Kunst ist super“ gefeiert, auch mit den Kunst- und Kulturmuseen sind wir also zunehmend vernetzt

· und mit dieser Art der Ausstellung zeigen wir Ihnen eben auch, dass wir weitere Sonderausstellungsflächen benötigen, wozu wir aber, so hoffen wir, auf gutem Wege sind.


DANK


Meine Damen und Herren erlauben Sie mir zum Schluss noch ein paar Dankesworte:

Dank an unsere Sponsoren, die uns auch dieses Jahr wieder direkt finanziell unterstützen bzw. finanzielle Zusatzkosten ersparen:

· das ist zum einen wieder die Firma Wall, die wiederum pro bono für uns plakatieren ließ,

· die Firma Global Sunshine , für heutige Licht- und Toninstallation

· wieder unser Caterer Optimahl, Herr Mirko Mann, der Sie wieder optimal verpflegen wird – herzlichen Dank.

Bei unserem Ausstellungsteam lag die Leitung wieder in den bewährten Händen von Ausstellungsabteilungsleiter Dr. Ferndinand Damaschun und Projektleiter Uwe Moldrzyk . Dank an alle anderen, die unter deren Leitung an Stellplan, Hängung, Aufbau, Licht und Medien, Grafik sowie natürlich diesem Abend beteiligt waren. Die Liste wäre zu lange, um sie alle zu nennen, und es wären auch die vielen Beteiligten aus Basel und Frankfurt zu nennen. Werfen Sie doch einen Blick auf das entsprechende Informationsposter in der Ausstellung – sie werden staunen, wie viele an einer derartigen Ausstellung beteiligt sind.


Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend bei uns im Museum – vielen Dank für Ihr Interesse.


Weiteres Programm:

Einführung in die Ausstellung durch die Vertreter der beiden kooperierenden Häuser.

· Prof. Dr. Christian Meyer, ist Paläontologe und Direktor des Naturhistorischen Museums Basel

· Prof. Dr. Pedro Martinez-Arbizu, kommt aus dem Deutschen Zentrum für marine Biodiversitätsforschung (Wilhelmshaven, Hamburg, Sylt), einer Abteilung des Forschungsinstituts und Naturmuseums Senckenberg. Er ist Spezialist für Krebstiere, von kleinsten Ruderfußkrebschen bis hin zur gigantischen Tiefseespinne.

Im Anschluss daran einen Kurzvortrag zur Tiefseeforschung am Museum für Naturkunde, durch Dr. Carsten Lüter.


Spiegel-online-Artikel, auch mit weiteren Informationen zum Thema, vom 16.9.09: siehe hier

Focus-online-Artikel mit vielen Abbildungen und weiteren Informationen, vom 14.9.09: siehe hier

Berliner Morgenpost vom 15.9.09: siehe hier

Berliner Zeitung vom 15.9.09: siehe hier

BZ-Berlin vom 15.9.09: siehe hier

Deepwave-Bericht zur Ausstellung: siehe hier

Brightsblog zur Ausstellung: siehe hier

Bericht der rbb-Abendschau (mit Video), vom 14.9.09: siehe hier

Bericht von rbb-ZIBB (Video), vom 14.9.09: siehe hier


Offizielle Website zur Ausstellung TIEFSEE (15.9.09-31.1.2010):
http://www.naturkundemuseum-berlin.de/ausstellungen/tiefsee2009/


Sonntag, 5. April 2009

Wissenschaft zwischen Elfenbeinturm und Weltanschauung?

von Reinhold Leinfelder

Im Darwin-Jahr werden Debatten zu den Evolutionswissenschaften zwischenzeitlich häufig in den weltanschaulichen Bereich verlagert. Die Debatte zur Wissenschaftsfeindlichkeit des Kreationismus (incl. Intelligent Design), also einer fundamentalistisch-religösen Strömung mit (pseudo-)wissenschaftlichen Anspruch wird zunehmend zu einer generellen Diskussion zum Verhältnis von Naturwissenschaften und Religionen. Diese Diskussion ist notwendig, muss aber zum einen differenziert geführt werden, um die Naturwissenschaften, aber auch Geisteswissenschaften nicht in Misskredit zu bringen. Hierzu finden Sie auch auf diesem Blog etliche Beiträge.

(Abb.: "Sinnliche" Wissensvermittlung auf dem "Space-Sofa"
des Museums für Naturkunde Berlin)


Zum anderen zeigt die Debatte jedoch, dass der weltanschauliche Diskurs gerne mal überwiegt, und dabei andere wesentliche Aspekte der Wissensvermittlung außer Acht gelassen werden. Das Konsortium der Deutschen Naturwissenschaftlichen Forschungssammlungen (DNFS e.V.) hat mit seinem Positionspapier zum Darwinjahr (siehe hier) unterstrichen, dass es sich zur Authentizität der Wissenschaft verpflichtet fühlt und sich klar gegen alles positioniert, was Wissenschaftsfeindlichkeit hervorrufen kann. Dies ist natürlich leichter gesagt als getan.

Gerade erschien ein Symposiumsband zu einer im Januar 2008 durchgeführten Tagung zum Thema "Weiterbildung im Elfenbeinturm!?" Auch hier ging es um Transfer von wissenschaftlichen Leistungen in die Gesellschaft. Credo war, dass über allgemeine Weiterbildungsaktivitäten hinaus ein Beitrag zur gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung geleistet werden muss. Die Tagung beschäftigte sich insbesondere mit der (stark ausbaufähigen) Rolle der Hochschulen im Transfer von Wissenschaft, aber auch die Rolle der Museen wurde hierbei in einem eigenen Workshop berücksichtigt.

Um einige Facetten zum Thema Wissenschaftsignoranz und Wissenschaftsfeindlichkeit kurz anzureißen, finden Sie nachfolgend einige Ausschnitte aus einem Beitrag des Blogverfassers . Debatten zur Vermittlung der Evolutionsforschung sollten sich nicht auf Diskussionen zur weltanschaulichen Einordnung der Evolutionsforschung beschränken, sondern die Gesamtproblematik der Wissenschaftsvermittlung dringend berücksichtigen. Differenzierung zwischem abgesicherten und hypothetischen Wissen, Grenzziehungen der Anwendbarkeit von Wissenschaften sowie undogmatisches, unrechthaberisches Herangehen an gesellschaftsrelevante Auswirkungen von Wissenschaft gehören nach meiner Meinung nach zwingend dazu. Wissenschaftliche Erkenntnisse dürfen einerseits nicht relativiert werden, wenn sie abgesichert sind, aber auch nicht alarmistisch dargestellt werden, insbesondere wenn sie teilweise hypothetisch sind, oder gar mit Ideologie-Anspruch daherkommen. Wissenschaftsvermittlung muss Wissenschaft und Forschung schlichtweg an Hand exemplarischer, nachvollziehbarer Beispiele glaubwürdig machen.

(Auszug aus Leinfelder 2009, Zitat siehe unten):

Wie kann Wissenschaft für die Öffentlichkeit attraktiv gestaltet werden?

Einleitung: Zur Situation der Forschungsvermittlung
Universitäten und andere Forschungseinrichtungen verfügen in der Regel über eigene institutionalisierte Öffentlichkeitsarbeit. Sie geben häufig allgemeinverständliche Zeitschriften zu ihren Forschungsaktivitäten heraus, schreiben Pressemitteilungen zu besonderen Forschungsergebnissen und veranstalten Wissenschaftstage oder Tage der Offenen Tür. Manche Wissenschaftler sind selbst überaus aktiv, um öffentliche Vorträge zu halten, an Podiumsdiskussionen teilzunehmen, ihre Ergebnisse in Medieninterviews vorzustellen, oder Presse- und Fernsehredakteure mit Informationen zu versehen. Zeitungen, Zeitschriften und Medien bringen häufiger als je zuvor Beiträge zu Geistes- und Naturwissenschaften und manche Wissenschaftler schreiben sogar allgemeinverständliche Bestseller-Bücher. Dies alles ist erfreulich.

Dennoch nehmen Debatten um Klimaänderung, Biologische Vielfalt oder Evolution teilweise erschreckende Schwarz-Weiß-Züge an, sind Pseudowissenschaften und Pseudoreligionen auf dem Vormarsch. Zumindest ein Teil der Ursache scheint im schwindenden Vertrauen in die Naturwissenschaften begründet zu sein. Tatsächlich muss man Medienberichte als Nichtspezialist häufig einfach glauben – oder auch nicht. Umso wichtiger erscheint es, stärker zwischen naturwissenschaftlich gesicherten Fakten bzw. fundierten Theorien und wissenschaftlichen Hypothesen oder gar purer Spekulation zu differenzieren. Naturwissenschaften – und dieser Beitrag begrenzt sich darauf – müssen wieder authentischer vermittelt werden. Dies bedeutet auch, dass die naturwissenschaftlichen Objekte und Daten verfügbar und überprüfbar sein müssen. Außerdem sollen nicht nur wissenschaftliche Ergebnisse, sondern vor allem auch die Methodik der Forschung transparent übersetzt werden. Naturwissenschaftliche Forschungsmuseen können hierzu einen wesentlichen Beitrag leisten. Sie machen hochmoderne Forschung, die gesellschaftsrelevante Grundsatzfragen (Entwicklung der Erde und des Lebens) genauso beinhalten wie aktuelle problemorientierte Themen (Klima- und Umweltveränderungen, Veränderung der Vielfalt des Lebens und der Ökosysteme, Verlust von Ökosystem-Gütern und Ökosystem-Diensten und vieles mehr). Sie arbeiten meist objektbasiert, insbesondere mit ihren naturkundlichen Sammlungsobjekten. Weiterhin sind sie – geeignete Aufarbeitung der Themen vorausgesetzt – besonders geeignet, verschiedensten Bevölkerungsgruppen lebenslanges Lernen zu ermöglichen. Manche naturkundliche Forschungsmuseen, etwa in Berlin oder Hamburg, sind Institutionen von Universitäten [Anm. seit 2009 ist das Museum für Naturkunde Berlin eine selbständige Einrichtung in der Leibniz-Gemeinschaft, bleibt jedoch inhaltlich mit der Humboldt-Universität assoziiert]. Darüber hinaus pflegen die meisten der großen nichtuniversitären naturkundlichen Forschungsmuseen Deutschlands, aber auch viele kleinere Museen enge Beziehungen zu Universitäten, so dass sich aus der Kooperation auch eine enge Zusammenarbeit hinsichtlich öffentlicher Bildung ergeben kann.
.......


Abb.: Die große Wand der Artenvielfalt als ästhetisches Erlebnis im Museum für Naturkunde Berlin. Die Wand besteht aus 3000 Einzelobjekten und ist Teil der aktuellen Ausstellung "Darwin - Reise zur Erkenntnis" (© Museum für Naturkunde)

Ausblick: Themen und Dienstleistungen der großen Forschungsmuseen für die öffentliche Bildung
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Folgende Rahmenthemen bieten sich gleichermaßen wegen ihrer nachhaltigen und aktuellen Bedeutung besonders an:
  • Evolution der Erde und des Lebens;
  • Veränderung der Vielfalt des Lebens;
  • Stabilität und Änderung von Klima- und Umwelt;
  • angewandte Themen wie Evolutionäre Medizin, Parasitenforschung, Wirkstoff-
  • und Schadstoffforschung und Bionik.
Besonders attraktiv ist es, die Forschung als moderne Entdeckungsreisen der Welt
und des Kosmos zu gestalten, etwa zur Erforschung
  • der Meere, darunter der Tiefsee;
  • der Pole;
  • der weiteren unentdeckten Artenvielfalt in Tropen, Savannen, Wüsten, Städten und anderen Lebensbereichen;
  • des Kosmos und der Planeten, darunter auch der Geologie der Erde;
  • des Menschen sowie
  • der Beziehungen zwischen Mensch und Natur.
Das Thema „Klimaänderung“ wird weiterhin die wissenschaftspolitischen Debatten dominieren, hier ist es wichtig, das Thema stärker in den Gesamtkontext „Globale Umweltveränderungen“ zu integrieren. Hierbei bietet sich an, noch viele weitere Aspekte des Rahmenthemas „Vielfalt des Lebens“ stärker herauszustellen. Vielfalt des Lebens umfasst gleichermaßen die Vielfalt der Gene, der Arten, der Ökosysteme und der Ökosystem-Dienstleistungen. Themen wie nachhaltige Nutzung der Natur sowie Naturschutz lassen sich ausgezeichnet integrieren und ggf. auch über Sonderausstellungen besonders aktuell halten.

Auch das Thema „Erforschung des Menschen“ könnte an Naturkundemuseen stark über den bisherigen, in der Regel eher paläoanthropologischen Aspekt hinaus ausgebaut werden. Sonderausstellungen und Diskussionsveranstaltungen zur Stammzellenforschung, zur Hirnforschung oder zur Beziehung Umwelt und Gesellschaft könnten verstärkt werden. In diesem Zusammenhang sollten die Kooperationen nicht nur mit Universitäten und weiteren Forschungseinrichtungen, sondern auch mit Technikmuseen und „Science-Centern“ noch weiter ausgebaut werden. „Science-Center“ können einen besonders hohen Grad an Besucherbetreuung, sowie besonders viele Experimentierstationen bieten, Naturkundemuseen können insbesondere die Faszination, Authentizität und Methoden der Forschung an Hand von Originalobjekten bzw. direktem Bezug zwischen Originalobjekt (z. B. Skelett eines ausgestorbenen Tiers) und Rekonstruktion vermitteln. Beide gemeinsam können die Metapher „sich fortbilden wie ein Forscher“ durch geeignete PUSH-Ausstellungskonzepte umsetzen.

Die großen Forschungsmuseen beteiligen sich trotz ihrer heterogenen Trägerschaft aktiv an der Diskussion zur Erarbeitung ge¬meinsamer Qualitätsstandards auch ihrer Bildungsangebote (Leinfelder, 2007) und stehen auch für nachhaltige, konzertierte Aufgaben im Bereich der wissenschaft¬lichen Bildung und Weiterbildung zur Verfügung."


(Auszug aus: Leinfelder, R. R. (2009): Wie kann Wissenschaft für die Öffentlichkeit attraktiv gestaltet werden? Ein Vorgehen mit allen Sinnen am Beispiel des Museums für Naturkunde Berlin.- In: M. Knust & A. Hanft (eds.), Weiterbildung im Elfenbeinturm!?, p. 115-121, Münster, New York, München, Berlin (Waxmann).
Kontakt: info(at)dnfs.de
Buchinfo hier.


Dienstag, 10. Februar 2009

Darwin als Vorbild – Naturkundemuseen und Botanische Gärten für wissenschaftliche Authentizität und gegen Wissenschaftsfeindlichkeit


Positionspapier der DNFS zur Evolution anlässlich des Darwin-Jahrs

Anlässlich des 200. Geburtstags von Charles Darwin, der am 12.2.2009 gefeiert wird, verpflichten sich die großen Naturkundemuseen und Botanischen Gärten zur authentischen Vermittlung von Wissenschaft und Forschung sowie zur klaren Positionierung gegen Wissenschaftsfeindlichkeit. Sie wenden sich gegen pseudowissenschaftlichen Kreationismus, aber auch gegen unzulässige Grenzüberschreitungen der Naturwissenschaften. Ziel ist es allen Bevölkerungsgruppen die Faszination der Evolutionswissenschaften zu vermitteln und ihre Bedeutung für die nachhaltige Nutzung der Erde verständlich zu machen.

Charles Darwin selbst dient den Museen und Botanischen Gärten hier als herausragendes Vorbild. So begründet sich sein epochales Werk „Über die Entstehung der Arten“ auf seinen umfassenden, während der Beagle-Reise gemachten Beobachtungen und Aufsammlungen und der daraus abgeleiteten Entwicklung wissenschaftlicher Hypothesen. Diese untermauerte Darwin dann durch Materialauswertung, Zuchtversuche und weitere Beobachtungen. Er testete auch Theorien aus anderen Wissensgebieten und fügte all diese Erkenntnisse zu seiner umfassenden Gesamttheorie der Evolution zusammen. Auch die Veröffentlichung seines Werkes geschah wohlüberlegt und hochprofessionell. So gab Darwin selbst Falsifizierungsmöglichkeiten an und sah mögliche gesellschaftliche Ablehnung voraus. Darwin blieb inhaltlich immer konsequent in seiner Wissenschaft, vermittelte seine Evolutionstheorie jedoch didaktisch sehr gekonnt. Er selbst beteiligte sich auch nicht an den darauf folgenden weltanschaulichen Zuspitzungen und unzulässigen sozialdarwinistischen Verfremdungen seiner Theorie. Er erduldete die damit verbundene Häme und widmete sich den Rest seines Lebens der weiteren Untermauerung seiner Evolutionstheorie, die Dank seines sorgfältigen Arbeitens bis heute in ihren Grundprinzipien Bestand hat.

Weltanschauliche Anfeindungen, Überinterpretationen und Zweckentfremdungen der Evolutionstheorie nehmen auch heute in Deutschland wieder zu. Die Naturkundemuseen und Botanischen Gärten des Konsortiums „Deutsche naturwissenschaftliche Forschungssammlungen“ (DNFS) und ihre Partner verpflichten sich deshalb, die Evolutionswissenschaften so authentisch und nachvollziehbar wie möglich zu vermitteln. Ihre Ausstellungen und Forschungen basieren insbesondere auf wissenschaftlich jederzeit nachprüfbaren Originalobjekten. Insgesamt umfassen die DNFS mehr als 100 Millionen naturkundlicher Objekte, welche die Evolution des Kosmos, der Erde und des Lebens eindrücklich untermauern.

Die moderne biologische Evolutionstheorie ist die derzeit beste und einzige naturwissenschaftliche Erklärung der Entwicklung des Lebens. Unterschiedlichste wissenschaftliche Methoden und Beobachtungen sichern sie ab und entwickeln sie weiter.

Naturwissenschaften beschränken sich jedoch naturgemäß auf das „wie funktioniert die Natur, welche Prozesse sind dafür relevant?“ Sinnfragen können von ihnen nicht beantwortet werden. Sofern keine „Grenzüberschreitungen“ gemacht werden, schließen sich Religion und naturwissenschaftliche Ergebnisse deshalb nicht aus, da sie auf unterschiedlichen Ebenen liegen. Religiöse Elemente können jedoch keinen Platz in einer naturwissenschaftlichen Analyse der Erde und des Lebens haben. Aus diesem Grund lehnt die DNFS kreationistische Ansätze, incl. der Variante des sog. „Intelligent Designs“ kategorisch ab. Kreationismus ist keine Wissenschaft, da seine Postulate weder belegbar noch falsifizierbar sind. Kreationismus ist aber nicht nur wissenschaftsfeindlich, sondern richtet sich auch gegen moderne theologische Auslegungen und versucht gesellschaftspolitischen Einfluss zu erreichen.

Evolution ist ein dauerhafter, auch heute noch anhaltender Prozess, sein Ergebnis ist die auch in Museumssammlungen dokumentierte Vielfalt an fossilen und heutigen Arten. Die Relevanz der Evolutionstheorie für eine nachhaltige Nutzung der biologischen Ressourcen sowie für das Wohl der Menschheit ist nicht hoch genug einzuschätzen.

Die deutschen Naturkundemuseen und botanischen Gärten unterstützen die Erforschung von Evolution durch ihre naturwissenschaftlichen Sammlungen und beteiligen sich umfassend selbst daran. Durch Ausstellungen und weitere öffentlichen Aktivitäten fördern sie aktiv die Darstellung und Vermittlung der Evolution in der Öffentlichkeit. Sie verpflichten sich dabei, zwischen wissenschaftlich abgesichertem Wissen und noch im Stadium der wissenschaftlichen Diskussion befindlichen Aussagen zu unterscheiden, keine unzulässigen weltanschaulichen Schlussfolgerungen aus naturwissenschaftlichen Ergebnissen zu ziehen und die Forschungsmethodik der Evolutionswissenschaften nachvollziehbar und transparent darzustellen.

Gez., Die DNFS-Mitglieder, 10.2.2009

Kontakt: Prof. Dr. Reinhold Leinfelder, Vorsitzender der DNFS, leinfelder(at)dnfs.de
Dr. Gesine Steiner, Pressesprecherin des Museums für Naturkunde, gesine.steiner(at)mfn-berlin.de, Tel. +49-30-2093 8917, Fax +49-30-2093 8914 bzw. Pressestellen der DNFS-Mitgliedsinstitutionen.

Die DNFS und ihre Mitglieder im Web: www.dnfs.de
Veranstaltungen der DNFS und ihrer Partner zum Darwin-Jahr: www.darwinjahr2009.de

Dieses Positionspapier der Deutschen Naturwissenschaftlichen Forschungssammlungen ist verknüpft mit einer Reihe ähnlicher Stellungnahmen, darunter der internationalen Buffon-Erklärung von 93 großen naturkundlichen Einrichtungen, der Erklärung des Internationalen Komitees für Naturkundliche Museen und Sammlungen (ICOM-NATHIST) oder des EU-Museumsnetzwerks ECSITE.
Buffon-Erklärung: http://www.dnfs.de/pdfs/BuffonDeclaration30oct2007.pdf
ICOM-NATHIST Position Statement: http://www.icom-nathist.de/icom/fpe.htm
ECSITE position Statement: http://www.ecsite-uk.net/about/downloads/ecsite-position-statement-on-science.pdf


Die Mitglieder der DNFS umfassen derzeit:
• Botanischer Garten Berlin-Dahlem,
• Forschungsinstitute und Museen Senckenberg-Verbund mit Sitzhaus Frankfurt/M. und weiteren Museen und Sammlungen u.a. in Dresden, Görlitz, Müncheberg,
• Museum für Naturkunde – Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung an der Humboldt-Universität zu Berlin,
• Zoologische Sammlungen der Universität Hamburg,
• Staatliche Naturwissenschaftliche Sammlungen Bayerns (mit Botanischem Garten München, Museum Mensch und Natur München sowie acht weiteren Museen)
• Staatliches Museum für Naturkunde Stuttgart,
• Staatliches Museum für Naturkunde Karlsruhe,
• Zoologisches Forschungsinstitut und Museum Alexander Koenig in Bonn,
• Fachgruppe Naturwissenschaftliche Museen im Deutschen Museumsbund (mit ca. 150 weiteren Museen)